Flo: Indeland Triathlon. Noch 8 Wochen.

Hej Hej,

ob ich das wohl irgendwann noch schaffe, die Dinge hier zeitnah zu veröffentlichen?! Egal. Training fordert mich zur Zeit ziemlich. Zeitlich. Vorletzte Woche 17 Stunden, letzte Woche 18, diese wohl 19. Aber dafür sind es nur noch unfassbare 8 Wochen! Völlig unbegreiflich für mich, dass dann der große Tag gekommen sein soll, der so lange Zeit noch Jahre/unendlich weit entfernt schien. Einfach krass.

Indeland-Triathlon Mitteldistanz (1,9 – 88 – 21)

Vor drei Wochen stand dann unser nächstes Highlight und die große Standortbestimmung auf dem Programm. Beim Indeland Triathlon in Aldenhoven und am Blausteinsee ging es zur Mitteldistanz. Also genau der halben Ironman-Distanz unter Wettkampfbedingungen. Als Zielzeit angepeilt wurde am Morgen dann eine Zeit von unter 6:00h… Aufgrund der Leistungen der vorherigen Trainingswochen und Vorbereitungswettkämpfe (Mainz-Halbmarathon und Cologne Swim and Run) war ich optimistisch unter optimalsten Bedingungen eine Zeit von 5:30h erreichen zu können.


Schwimmen

Los ging es mit der Angst-Disziplin. Da die Anreise zum Start von der zweiten Wechselzone mit dem Rad (und zwei Beuteln auf dem Rücken) erfolgen musste und wir wohl etwas spät dran waren, blieb heute aber mal keine Zeit zum verrückt machen. Rein in den Neo und ab zum Start… Nach wenigen Augenblicken des Wartens und Abklären welche Bojen wie zu Umschwimmen seien, ging es dann auch schon los.

Anders als beim Swim+Run in Köln, und damit auch bei der Langdistanz im September, ist die Orientierung beim Schwimmen im Blausteinsee wirklich eine Herausforderung. Im Vergleich zur Regattabahn am Fühlinger See gibt es hier nämlich nicht alle 10Meter eine Boje an der man sich orientieren kann und einfach nur geradeaus schwimmen muss. Auf den insgesamt 1,9km war die Aufgabe 3 Bojen links zu passieren, an der vierten zu wenden und dann zurück zum Ausstieg zu schwimmen. Wie man anhand der GPS Daten erkennen kann, bin ich dabei wohl leider immer wieder deutlich zu weit rechts raus geschwommen, sodass ich bei jedem Blick aus dem Wasser meine Richtung korrigieren musste. Ansonsten lief es aber beim Schwimmen ganz gut. Ausser dem Gedrängel und einigen unsanften Tritten beim Passieren der Bojen, konnte ich mein Wohlfühl-Tempo ganz gut durchziehen und so nach etwas mehr als 38 Minuten (also voll im Soll) das Wasser verlassen.

Nach dem Ausstieg ging es dann auf den ersten Laufabschnitt des Tages. Ca. 5oom vom Schwimmausstieg zum Fahrrad. Unterwegs noch kurz abgecheckt dass Kollege Tom bereits aus dem Wasser ist und mit den Olympischen Distanzlern Jannis, Sebastian und Jan abgeklatscht… Bei der Ankunft am Rad musste ich dann feststellen, dass Kollege Tom offensichtlich bereits unterwegs war. Nach kleineren Schwierigkeiten beim Ausziehen des Neoprenanzugs ging es dann auch für mich auf die Radstrecke.


 

Radfahren

Kaum auf dem Rad und gut unterwegs sollte mir dann der obligatorische Fauxpas des Tages passieren. Meine grandiose neue Flasche am Aerolenker habe ich wohl vor dem Rennen nicht mit dem vorgesehenen Klettverschluss zugemacht, sodass sie sich kurzerhand auf der ersten Bollenwelle in einem kleinen abschüssigen Abschnitt bei rund 40km/h verabschiedet hat… Kurze Vollbremsung (bei noch 40km zu fahrenden Kilometern bis zur Verpflegungsstelle und keiner weiteren Trinkflasche am Radwar weiterfahren keine Alternative) und einmal kurz zurückgeschoben, schon konnte ich die Flasche wieder aufnehmen. Wenn nicht das fest machen in der Aufregung und mit zittrigen Händen nicht so schwierig gewesen wäre… 😉 Naja, nach ca. 3-4 Minuten konnte ich dann die Fahrt, mit befestigter Flasche, wieder aufnehmen.

Insgesamt lief es dann bis zum Tagebau in Eschweiler ziemlich gut auf der Radstrecke. Ich konnte eigentlich durchgehend in Aeroposition mit einem Schnitt über 30km/h recht entspannt fahren. Im Tagebau sollten dann die einzigen nennenswerten Steigungen kommen. In zwei nicht allzu langen Abschnitten ging es bei rund 10% Steigung bergauf. Was auf so einem Triathlonrad durchaus (zumindest für mich) eine Herausforderung ist. 🙂 Ziemlich coole Sache jedenfalls durch den Tagebau mit dem Rad zu fahren, inmitten von Förderbändern, etc…

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Gute Laune nach der ersten Radrunde.

Kurz nach dem Tagebau war dann auch schon die erste Runde von 44km geschafft. Die  zweite Runde lief dann eigentlich weiterhin ganz gut. Auch mein geplagter Nacken machte an diesem Tag mal ausnahmsweise keine großen Probleme, sodass ich am Ende mit einem Durchschnittstempo von 31,3km/h nach 3:30h in der Wechselzone ankam. Beim Blick auf die Uhr stellte sich dann auch gleich eine gewisse Zufrieden- / Gelassenheit ein… Das Gewissen mit einem Halbmarathon in 2:00h mein vorher gesetztes Optimum erreichen zu können, ließ in diesem  Moment einfach schon eine gewisse Zufriedenheit aufkommen.

Anders als in der ersten Wechselzone erwartete mich dann auch schon Herr Baum zum Übergang auf die Laufstrecke.


Laufen

 

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Letzte Disziplin.

Da ich anders als der Kollege nicht noch mein komplettes Outfit wechseln musste, konnte ich noch ein paar Minuten sparen, sodass wir bereits nach knapp 1-2km gemeinsam Laufen konnten.

Das Tempo wählte ich aufgrund der Erfahrungen aus den vorherigen Wettkämpfen anhand meiner Herzfrequenz. Beim Blick auf meine Uhr war ich dann doch sehr überrascht mit welcher Pace ich nach dieser Vorbelastung noch entspannt laufen konnte. Mit einer Pace um 4:30min/km ging es also auf die vier Laufrunden von je ca. 5km.

Um es kurz zu machen: Ich war wirklich total überrascht, mit welcher Pace ich nach solch einer Vorbelastung noch „entspannt“ laufen konnte. Diese Tatsache, das gute Wetter und die vielen Zuschauer beim Straßenfest in Aldenhoven zauberten mir ein (gefühltes) Dauergrinsen aufs Gesicht… Noch nie bin ich derart beflügelt einen Halbmarathon gelaufen. Grandioses Gefühl!!!

Nach einer Zeit von ca. 1:35h ging es dann für mich auf die Zielgerade. Überwältigend und wirklich unbeschreiblich das Gefühl! Anders als bei allen anderen Zieleinläufen der letzten Jahre sehe ich endlich einmal nicht so aus als wäre ich fast gestorben:

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Im Ziel war ich dann völlig euphorisiert und konnte überhaupt nicht realisieren wie ich in der Lage war meine erste Halbdistanz in 5:12:07h, und damit fast 20 Minuten schneller als in den besten Planungen, zu finishen. Und dabei nach fast 2km Schwimmen und 90km Radfahren den schnellsten Halbmarathon meines Lebens zu laufen. Schneller als 4 Wochen vorher in Mainz, wo nur der Halbmarathon zu absolvieren war. Wahnsinn!

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Zufriedenheit im Ziel.

Noch schöner dann im Ziel nur wenige Augenblicke auf meinen Leidensgefährten warten zu müssen! Glückwunsch Tom, grandiose Leistung! Ich bin stolz auf uns. 🙂 Die Langdistanz kann kommen!!!

Ein dicker fetter Dank geht an Jannis + Jenny, Sebastian, Jan + Ilka + Lasse, Hannah + Family, Annika + Family und an Jochen + Mirjam für Unterstützung, Applaus, Zuhören, Mitfeiern, Fahren, Mitessen an diesem Wochenende. Danke auch an alle die mir in den letzten Wochen vor dem Wettkampf zugehört haben, mir Mut gemacht haben, mich auf den Boden zurückgeholt haben, mit mir trainiert haben, den Scheiss hier lesen, mitfiebern, da sind, mich unterstüzen,… usw.! Ihr wisst schon! Das alles hat sich jetzt schon gelohnt. Auch wenn das im September nicht klappt. Das hier war schon das Beste was ich sportlich je gemacht hab!


Trainingsstand und Ausblick

Nach der Halbdistanz konnte ich dann erstmal eine ruhige Entlastungswoche genießen. In den letzten zwei Wochen ist dann das Trainingspensum mit 17 bzw. 18 Stunden pro Woche nochmal deutlich angestiegen. Im Prinzip komme ich körperlich sehr gut mit dieser Belastung klar. Zeitlich fordert mir das aber im Moment einiges an Organisationstalent ab und zieht einige Verzichte mit sich. Daher freue ich mich dass so langsam das Ende abzusehen ist. Diese Woche stehen ca. 19h auf dem Programm, danach kommen dann noch folgende Trainingswochen:

  • 1 Woche tapern, anschließender Wettkampf-Simulation (mehr dazu nächste Woche)
  • 1 Woche Entlastung
  • 3 Belastungswochen
  • 2 Wochen Tapern bis zur Langdistanz

Unfassbar das zu lesen. In 8 Wochen nimmt alll das also sein Ende. Im Prinzip fühle ich mich gut vorbereitet und bin hochmotiviert diese letzten harten Wochen voll durchzuziehen (ohne es zu übertreiben)…

So, genug mit dem Kram hier. Bin mal Laufen. 🙂

Jo!

Flo!

 

 

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